Welche Tools und Ressourcen stehen Unternehmen zur Verfügung?
Unternehmen können auf eine Vielzahl von Tools und Ressourcen zurückgreifen, um die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) umzusetzen:
Beispielhafte Aufzählung:
- Web Accessibility Evaluation Tool (WAVE): Überprüft Websites auf Barrierefreiheitsprobleme und gibt visuelle Hinweise.
- Axe DevTools: Unterstützt Entwickler bei der Identifikation und Behebung von Barrieren.
- Color Contrast Analyzer: Prüft die Farbkombinationen auf ausreichende Kontraste.
- Google Lighthouse: Bewertet Barrierefreiheit und gibt Verbesserungsvorschläge.
Normen und Leitfäden:
- WCAG 2.1 (Web Content Accessibility Guidelines): Definiert internationale Standards für barrierefreie Websites.
- EN 301 549: Technische Spezifikationen für barrierefreie IKT-Produkte.
Beratung und Schulung:
- Externe Berater oder spezialisierte Anwälte bieten Unterstützung bei der Konformitätsbewertung und Maßnahmenplanung (§ 16 Abs. 2 BFSG).
- Schulungen für Mitarbeitende sorgen für ein tieferes Verständnis der gesetzlichen Anforderungen.
Nutzerbasierte Tests:
- Einbindung von Personen mit Behinderungen, um die praktische Nutzbarkeit zu testen.
Diese Tools und Ressourcen helfen Unternehmen, die Anforderungen des BFSG effizient zu erfüllen und Barrierefreiheit nachhaltig zu integrieren.
Wie können Unternehmen Feedback von Nutzern mit Behinderungen einholen?
Feedback von Nutzern mit Behinderungen ist entscheidend, um Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten. Unternehmen können folgende Ansätze nutzen:
Umfragen:
- Entwickeln Sie barrierefreie Online-Umfragen, die auch mit assistiven Technologien wie Screenreadern nutzbar sind.
Usability-Tests:
- Laden Sie Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen ein, um Produkte und Dienstleistungen direkt zu testen (§ 17 BFSG).
- Nutzen Sie die Erkenntnisse, um konkrete Verbesserungen vorzunehmen.
Feedbackkanäle:
- Stellen Sie barrierefreie Kontaktmöglichkeiten wie Telefon, E-Mail oder Online-Formulare bereit.
- Sorgen Sie für eine schnelle und lösungsorientierte Bearbeitung von Beschwerden.
Zusammenarbeit mit Interessensvertretungen:
- Arbeiten Sie mit Organisationen wie der Aktion Mensch oder lokalen Behindertenbeiräten zusammen, um gezielt auf die Bedürfnisse der Zielgruppen einzugehen.
Regelmäßige Evaluation:
- Etablieren Sie ein kontinuierliches Feedbacksystem, um Barrierefreiheit langfristig zu verbessern und den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Welche Best Practices gibt es für verschiedene Branchen?
Jede Branche kann von praxisnahen Best Practices profitieren, um die Umsetzung des BFSG erfolgreich zu gestalten:
Technologiebranche:
- Entwicklung barrierefreier Softwarelösungen, die mit assistiven Technologien kompatibel sind (§ 3 Abs. 3 BFSG).
- Bereitstellung von Dokumentationen in einfacher Sprache und barrierefreien Formaten.
Handel:
- Onlineshops barrierefrei gestalten, z. B. durch Tastaturnavigation und klare Strukturierung von Kategorien.
- In Filialen auf barrierefreie Gestaltung achten, z. B. durch automatische Türen oder taktile Beschilderungen.
Banken:
- Ausstattung von Geldautomaten mit Sprachausgabe und taktilen Bedienelementen.
- Digitale Bankdienstleistungen wie Apps und Websites barrierefrei entwickeln.
Verkehrsbranche:
- Fahrpläne und Buchungsplattformen in barrierefreien Formaten bereitstellen.
- Fahrzeuge und Haltestellen barrierefrei gestalten, z. B. durch Rampen oder optisch-akustische Signale.
Durch die Anpassung branchenspezifischer Prozesse und Produkte können Unternehmen nicht nur die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, sondern auch neue Zielgruppen erschließen und ihre Marktposition stärken.