Umsetzung der BFSG-Anforderungen: Schritte für Unternehmen

Welche Schritte sollten Unternehmen unternehmen, um die Anforderungen des BFSG umzusetzen?

Um die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) zu erfüllen, sollten Unternehmen strategisch vorgehen und die folgenden Schritte berücksichtigen:

  1. Bestandsaufnahme und Analyse (§ 3 Abs. 1 BFSG):
    Prüfen Sie, welche Ihrer Produkte oder Dienstleistungen unter die Anforderungen des BFSG fallen. Identifizieren Sie vorhandene Barrieren und erstellen Sie eine Liste der notwendigen Anpassungen.
  2. Erstellung eines Umsetzungsplans (§ 22 Abs. 1 BFSG):
    Entwickeln Sie einen konkreten Plan mit Meilensteinen, um die Barrierefreiheitsanforderungen bis zum 28. Juni 2025 zu erfüllen. Berücksichtigen Sie dabei Übergangsfristen für spezifische Produkte (§ 22 Abs. 2 BFSG).
  3. Technische und organisatorische Maßnahmen (§ 3 Abs. 3 BFSG):
    Implementieren Sie die notwendigen Änderungen, wie z. B. barrierefreie Benutzeroberflächen, klare Kontraste, Alternativtexte und Tastaturnavigation.
  4. Konformitätsbewertung und Dokumentation (§ 13, § 15 BFSG):
    Prüfen Sie, ob Ihre Produkte und Dienstleistungen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Erstellen Sie eine Konformitätserklärung und dokumentieren Sie alle Maßnahmen, um die Einhaltung nachzuweisen.
  5. Integration von Feedback (§ 17 BFSG):
    Holen Sie Rückmeldungen von Nutzern mit Behinderungen ein, um kontinuierlich Verbesserungen vorzunehmen. Dies kann durch Usability-Tests oder Umfragen geschehen.
  6. Schulungen und Sensibilisierung (§ 16 Abs. 2 BFSG):
    Schulen Sie Ihre Mitarbeiter zu den Anforderungen des BFSG und sensibilisieren Sie sie für die Bedeutung von Barrierefreiheit.
  7. Überprüfung und Auditierung:
    Führen Sie regelmäßige interne Audits durch oder beauftragen Sie externe Experten, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen eingehalten werden.

Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter zum Thema Barrierefreiheit schulen und sensibilisieren?

Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen sind entscheidend, um die Umsetzung des BFSG nachhaltig zu gestalten. Unternehmen können folgende Ansätze verfolgen:

  1. Grundlagenschulungen (§ 16 Abs. 2 BFSG):
    Vermitteln Sie den Mitarbeitern die rechtlichen Grundlagen des BFSG sowie die praktischen Anforderungen an Barrierefreiheit. Nutzen Sie dabei praxisnahe Beispiele, um die Bedeutung zu verdeutlichen.
  2. Rollenbasierte Workshops:
    Organisieren Sie spezifische Schulungen für verschiedene Abteilungen, z. B.:
    • Entwickler: Umsetzung der WCAG 2.1 und Nutzung von barrierefreien Frameworks.
    • Marketing: Erstellung barrierefreier Inhalte und Medien.
    • Kundenservice: Umgang mit Menschen mit Behinderungen.
  3. Sensibilisierung durch Simulationen:
    Lassen Sie Mitarbeiter erleben, wie Barrieren in der Praxis wirken, z. B. durch die Nutzung von Screenreadern oder simulierte Sehbehinderungen.
  4. Externe Experten und Trainer:
    Beauftragen Sie Fachleute für Barrierefreiheit, um fundiertes Wissen und praktische Lösungsansätze zu vermitteln.
  5. Regelmäßige Fortbildungen:
    Halten Sie Ihr Team auf dem neuesten Stand, indem Sie Schulungen regelmäßig wiederholen und um aktuelle Entwicklungen ergänzen.
  6. Motivation durch Praxis:
    Binden Sie Mitarbeiter aktiv in Projekte zur Verbesserung der Barrierefreiheit ein. Dies fördert Engagement und Verständnis.